{"id":1921,"date":"2007-10-01T12:00:02","date_gmt":"2007-10-01T10:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/liqua.net\/liq\/?p=1921"},"modified":"2023-01-19T11:32:17","modified_gmt":"2023-01-19T09:32:17","slug":"linz-2009-kulturhauptstadt-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liqua.net\/liq\/linz-2009-kulturhauptstadt-europas\/","title":{"rendered":"Linz 2009 &#8211; Kulturhauptstadt Europas"},"content":{"rendered":"<p><strong>Laufzeit: 10\/2007 &#8211; 02\/2008<\/strong><\/p>\n<p>Im vorliegenden Forschungsbericht sind die Ergebnisse der Lehrveranstaltungen &#8222;Kurs Projektmanagement&#8220; und &#8222;Intensivierungskurs Projektbegleitung&#8220; zusammen gefasst, die im Wintersemester 2007\/08 am Institut f\u00fcr Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universit\u00e4t Linz abgehalten wurden.<\/p>\n<p>Der inhaltliche und forschungsthematische Bezugsrahmen der Lehrveranstaltung spannt sich um das Thema Linz als Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt im Jahr 2009. Die Idee, die Europ\u00e4ische Union nicht nur auf \u00f6konomischer und politischer Ebene zu vereinen, spielt nicht erst seit der angestrebten Wandlung der Europ\u00e4ischen Union zu einer so genannten &#8222;Wertegemeinschaft&#8220; eine zentrale Rolle. Bei diesen Integrationsbestrebungen wird und wurde der Kultur eine bedeutende Rolle zugeschrieben. Bereits 1983 rief die ehemalige griechische Kulturministerin Melina Mercouri bei einem inoffiziellen Treffen der europ\u00e4ischen KulturministerInnen eine Initiative ins Leben, die der europ\u00e4ischen Kultur und der Stadt als Kulturtr\u00e4ger einen zentralen Standpunkt in der damaligen Europ\u00e4ischen Wirtschaftsgemeinschaft verschaffen sollte. Daraus entstand in der Folge das Programm der &#8222;Europ\u00e4ischen Kulturhauptst\u00e4dte&#8220; welches 1985 vom EG-Ministerrat realisiert wurde.<\/p>\n<p>Aufgrund des wachsenden Interesses an dem Projekt kam es w\u00e4hrend der letzten 20 Jahre zu laufenden Adaptierungen und Erweiterung des Programms. Neben einigen &#8222;formalen&#8220; Adaptierungen wandelten sich im Laufe der Zeit auch die Anspr\u00fcche an eine &#8222;Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt&#8220; ma\u00dfgeblich. Aus einem europ\u00e4ischen Kulturfest ist ein institutionelles Spektakel mit erheblichem finanziellem Aufwand geworden. Die wachsende Bedeutung des St\u00e4dtetourismus und des Kulturtourismus ver\u00e4ndert die Kulturhauptstadt in manchen F\u00e4llen vorrangig in eine &#8222;Wirtschaftshauptstadt&#8220;. Bei den ersten St\u00e4dten wie Athen, Paris oder Florenz stand die Darstellung der eigenen Kultur im Mittelpunkt &#8211; und das nur f\u00fcr ein paar Monate. Sp\u00e4testens seit &#8222;Glasgow 1990&#8220; dient der Titel auch als ein Instrument f\u00fcr Stadterneuerung, Imagewandel und Etablierung auf der europ\u00e4ischen Kulturlandkarte.<\/p>\n<p>Vor allem seit Mitte der 1970er-Jahre versucht die Stadt Linz, sich zus\u00e4tzlich als Kulturstadt zu positionieren. Als entscheidende Gr\u00f6\u00dfen f\u00fcr den Imagewandel gelten etwa das 1974 er\u00f6ffnete Brucknerhaus, das Brucknerfest, das Festival Ars Electronica und die Linzer Klangwolke (ab 1979) als international hoch angesehene Festivals, die das kulturelle Bild von Linz seit vielen Jahren pr\u00e4gen, oder die Initiativen der Freien Szene, die ebenfalls seit Ende der 1970er-Jahre eine starke Pr\u00e4senz in der Stadt zeigen. In den letzten Jahren wurde verst\u00e4rkt versucht, die Positionierung als Kulturstadt auf eine neue Ebene zu hieven. Als Indizien hierf\u00fcr k\u00f6nnen das Europ\u00e4ische Kulturmonat 1998, der im Jahr 2000 beschlossene Kulturentwicklungsplan Linz sowie die Ernennung zur Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt 2009 gelten. Besonders mit dem Kulturentwicklungsplan hat Linz einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von der Industrie- hin zur Industrie- und Kulturstadt gelegt. Die inhaltlichen und strukturellen Herausforderungen, die sich seit dem Jahr 2000 und im Kontext der Kulturhauptstadt 2009 zwangsl\u00e4ufig ergeben, erzwingen aber eine Verfeinerung, Adaptierung und Erweiterung der festgeschrieben Schwerpunkte der Kulturentwicklung.<\/p>\n<p>Bereits zum jetzigen Zeitpunkt k\u00f6nnen verschiedenste Stimmungsbilder und Erwartungen an das Kulturhauptstadtjahr festgemacht werden. Diese betreffen in erster Linie politische wie kuratorische Entscheidungstr\u00e4gerInnen, die lokalen Kunst- und Kulturschaffenden sowie die Linzer Bev\u00f6lkerung als potenzielles Publikum.<\/p>\n<p>Diese Erwartungen und Stimmungsbilder wurden von Studierenden der Johannes Kepler Universit\u00e4t Linz in der vorliegenden Arbeit differenziert betrachtet und weisen eine gro\u00dfe Bandbreite auf. Sie reichen von konkreten Veranstaltungsw\u00fcnschen \u00fcber Zuschreibungen wie &#8222;Kultur als Wirtschafts-, Standort- und Imagefaktor&#8220;, einer Kulturf\u00f6rderung im Sinne von \u00f6konomischer Umwegrentabilit\u00e4t bis hin zur Abw\u00e4gung von Chancen und Risiken eines derartigen kulturellen Gro\u00dfereignisses f\u00fcr die lokalen Kunst- und Kulturschaffenden oder zum kulturpolitischen Slogan eines &#8222;Kultur f\u00fcr alle&#8220;. Bei Betrachtung der verschiedenen Einw\u00fcrfe in die aktuelle Diskussion \u00fcber das Kulturhauptstadtjahr 2009, zeigen sich die vielf\u00e4ltigen Erwartungshaltungen an dieses kulturelle Gro\u00dfereignis: das Publikum will ein Angebot mit einer entsprechenden k\u00fcnstlerischen wie kulturellen Vielfalt, die PolitikerInnen wollen ein zufriedenes Publikum, Prestigegewinn und vor allem gute Wahlergebnisse, Kunst- und Kulturschaffende wollen eingebunden werden, Projekte realisieren, aber auch sozial abgesichert mit Perspektiven arbeiten und leben, die Intendanz will ein qualitativ hochwertiges Ausnahmeereignis von europ\u00e4ischem Format. Im Zeitalter einer zunehmenden Eventorientierung tauchen zudem in verschie-densten Konstellationen Fragen nach Nachhaltigkeit auf, denen von den Studierenden nachgegangen wurde.<\/p>\n<p>Sie richteten dabei im Zuge der Lehrveranstaltung den Fokus auf f\u00fcnf ausgew\u00e4hlte Themenkomplexe und analysierten diese exemplarisch aus verschiedenen Blickwinkeln. Dazu wurden f\u00fcnf Themengruppen gebildet, die sich u. a mit allgemeinen Zielsetzungen und Konzepten zu Europ\u00e4ischer Kulturhauptst\u00e4dten, mit Entwicklungslinien und Perspektiven von Linz hin zu einer Kultur(haupt)stadt, sowie mit Fragen der Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit der Linzer Bev\u00f6lkerung, den Kunst- und Kulturschaffenden und den Entscheidungstr\u00e4gerInnen auseinander setzten.<\/p>\n<p>Neben dieser inhaltlichen Auseinandersetzung wurden in der Lehrveranstaltung besondere Schwerpunkte in der Vermittlung von Forschungsmethoden und Projektmanagementf\u00e4higkeiten sowie bei der begleitenden \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Interview im Freien Radio, Presseaussendungen an lokale Tageszeitungen, Beitr\u00e4ge f\u00fcr Fachzeitungen und -zeitschriften, &#8230;) gesetzt. Die Ergebnisse der Lehrveranstaltung wurden im vorliegenden Forschungsbericht zusammengefasst.<\/p>\n<a class=\"fullscreen-mode\" href=\"https:\/\/liqua.net\/liq\/themencode-pdf-viewer-sc\/?tnc_pvfw=ZmlsZT1odHRwczovL2xpcXVhLm5ldC9saXEvd3AtY29udGVudC91cGxvYWRzL0wwOV9saW56XzIwMDlfa3VsdHVyaGF1cHRzdGFkdF9ldXJvcGFzX2x2YV9lbmRiZXJpY2h0LnBkZiZzZXR0aW5ncz0xMTExMTAwMTExMTExMTExMTAwJmxhbmc9ZW4=#page=&zoom=auto&pagemode=\" target=\"_blank\">Fullscreen Mode<\/a><br><iframe class=\"pvfw-pdf-viewer-frame\" width=\"640\" height=\"900\" src=\"https:\/\/liqua.net\/liq\/themencode-pdf-viewer-sc\/?tnc_pvfw=ZmlsZT1odHRwczovL2xpcXVhLm5ldC9saXEvd3AtY29udGVudC91cGxvYWRzL0wwOV9saW56XzIwMDlfa3VsdHVyaGF1cHRzdGFkdF9ldXJvcGFzX2x2YV9lbmRiZXJpY2h0LnBkZiZzZXR0aW5ncz0xMTExMTAwMTExMTExMTExMTAwJmxhbmc9ZW4=#page=&zoom=auto&pagemode=\" title=\"\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laufzeit: 10\/2007 &#8211; 02\/2008 Im vorliegenden Forschungsbericht sind die Ergebnisse der Lehrveranstaltungen &#8222;Kurs Projektmanagement&#8220; und &#8222;Intensivierungskurs Projektbegleitung&#8220; zusammen gefasst, die im Wintersemester 2007\/08 am Institut f\u00fcr Gesellschafts- und Sozialpolitik an &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[35,37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1921"}],"collection":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1921"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1921\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2312,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1921\/revisions\/2312"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}