{"id":1900,"date":"2009-07-01T12:00:37","date_gmt":"2009-07-01T10:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/liqua.net\/liq\/?p=1900"},"modified":"2023-01-19T11:33:12","modified_gmt":"2023-01-19T09:33:12","slug":"museum-und-migration-kinder-und-jugendliche-mit-migrationshintergrund-als-zielgruppe-von-museen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liqua.net\/liq\/museum-und-migration-kinder-und-jugendliche-mit-migrationshintergrund-als-zielgruppe-von-museen\/","title":{"rendered":"Museum und Migration &#8211; Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund als Zielgruppe von Museen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Laufzeit: 07\/2009 &#8211; 01\/2010<br \/>\n<\/strong><strong>Kooperationspartner: <\/strong><strong>migrare &#8211; Zentrum f\u00fcr MigrantInnen O\u00d6, <\/strong><strong>Lentos Kunstmuseum Linz, <\/strong><strong>Schlossmuseum Linz<\/strong>, <strong>OK Offenes Kulturhaus Ober\u00f6sterreich, <\/strong><strong>maw &#8211; Museum Arbeitswelt Steyr, <\/strong><strong>a. Univ. Prof. Dr. Michael John<br \/>\n<\/strong><strong>Auftraggeber: <\/strong><strong>Stadt Linz, <\/strong><strong>Land Ober\u00f6sterreich, Abteilung Soziales, <\/strong><strong>Land Ober\u00f6sterreich, Institut f\u00fcr Kunst und Volkskultur<\/strong><\/p>\n<p>Wie auch in anderen St\u00e4dten und Gemeinden ist in Linz die Anzahl von Personen mit Migrationshintergrund hoch. MigrantInnen machen einen wesentlichen Anteil an der Linzer Wohnbev\u00f6lkerung aus. Mit 1. J\u00e4nner 2008 belief sich die Zahl der ausl\u00e4ndischen Staatsangeh\u00f6rigen mit Hauptwohnsitz in Linz auf 26.432 Personen. Das entspricht 13,9 Prozent. Davon stammten 6.224 Personen (23,5 Prozent) aus EU-L\u00e4ndern und 20.208 Personen (76,5 Prozent) aus L\u00e4ndern au\u00dferhalb der EU. Die sechs am st\u00e4rksten vertretenen Nationen waren Bosnien und Herzegowina (4.160 Personen; 15,7 Prozent), Serbien und Montenegro (2.972 Personen; 11,2 Prozent), die T\u00fcrkei (2.901 Personen; 11 Prozent), Deutschland (1.986 Personen; 7,5 Prozent), Kroatien (1.850 Personen; 7 Prozent) und jene des ehemaligen Jugoslawiens (1.492 Personen; 5,6 Prozent).<\/p>\n<p>Die steigende Anzahl der MigrantInnen sowie die Vielfalt der Herkunftsl\u00e4nder stellen St\u00e4dte und Gemeinden vor integrative Herausforderungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Auch innerhalb des kulturellen Feldes muss dieser Entwicklung Rechnung getragen werden. Hier bieten vor allem Museen, als Vermittlungs- und Bildungsorte f\u00fcr k\u00fcnstlerische, kulturelle wie interkulturelle Aspekte, M\u00f6glichkeiten. Die Ber\u00fccksichtigung der Bed\u00fcrfnisse von MigrantInnen in der Museumsarbeit w\u00fcrde jedoch nicht nur die Integration f\u00f6rdern sondern auch dazu beitragen, mehr ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige nachhaltig als MuseumsbesucherInnen zu gewinnen. MigrantInnen sind f\u00fcr Museen zu einer wichtigen Zielgruppe geworden. Eine Tatsache, der die meisten musealen Einrichtungen bisher jedoch kaum gerecht geworden sind, wie auch John (2008) schreibt: &#8222;Bislang z\u00e4hlen die Museen allerdings bei uns noch eher zu den \u201amigrationsfernen\u2019 Einrichtungen. Interkulturelle Kulturarbeit und Programme f\u00fcr ethnische Minderheiten geh\u00f6ren ganz \u00fcberwiegend nicht zum \u201aAngebotskern der Museen\u2019. \u00dcberhaupt steckt interkulturelle Bildung hierzulande [Anm.: Deutschland] noch in den Anf\u00e4ngen. Es bedarf noch ganz erheblicher konzeptioneller, inhaltlicher und methodischer \u00dcberlegungen und praktischer Erprobungen, bis Museen mit ihren Vermittlungsinhalten und -formaten f\u00fcr die Zielgruppe der MigrantInnen interessant und attraktiv werden.&#8220; (John, Hartmut, &#8222;H\u00fclle mit F\u00fclle. Museumskultur f\u00fcr Alle &#8211; 2.0&#8220;, in: John, Hartmut, Dauschek, Anja (Hrsg.), Museen neu denken. Perspektiven der Kulturvermittlung und Zielgruppenarbeit, transcript Verlag, Bielefeld 2008, S. 49)<\/p>\n<p>Museumsarbeit, die auf die Anliegen der MigrantInnen fokussiert ist, stellt eine schwierige Aufgabe dar. Noch h\u00f6her sind die Anforderungen, wenn es darum geht, Angebote f\u00fcr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu entwickeln. Unabh\u00e4ngig von ihrer Herkunft stellen Kinder und Jugendliche aufgrund ihres Alters und den damit verbundenen p\u00e4dagogischen Anspr\u00fcchen eine besondere Zielgruppe f\u00fcr Museen dar. Anspruchsvoller wird die Museumsarbeit dar\u00fcber hinaus, wenn auf unter-schiedliche kulturelle Verst\u00e4ndnisse, Interessen und Bed\u00fcrfnisse R\u00fccksicht genommen werden muss. Nichtsdestotrotz sind Kinder und Jugendliche wichtige BesucherInnen f\u00fcr Museen. Immerhin werden sie &#8222;als [das] Kulturpublikum von und f\u00fcr morgen&#8220; (Zacharias, Wolfgang, &#8222;Kulturpublikum von und f\u00fcr morgen?&#8220;, in: Institut f\u00fcr Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft (Hrsg.), Jahrbuch f\u00fcr Kulturpolitik 2005. Thema: Kulturpublikum. Kulturstatistik, Chronik, Literatur, Adressen, Bd. 5, Klartext Verlag, Essen 2005, S. 373) verstanden.<\/p>\n<p>Zu diesem Kulturpublikum geh\u00f6ren mehr und mehr M\u00e4dchen und Jungen mit Migrationshintergrund. So belief sich mit 1. J\u00e4nner 2008 der Anteil der 0- bis 19-J\u00e4hrigen an der ausl\u00e4ndischen Linzer Wohnbev\u00f6lkerung auf 22,8 Prozent (6.016 Personen). (vgl. Integrationsb\u00fcro der Stadt Linz b, Linz in Zahlen. Ausl\u00e4nderInnen 2008, Linz 2008b, abrufbar unter http:\/\/www.linz.at\/zahlen\/040_Bevoelkerung\/070_Auslaender\/auslges.pdf, Zugriffsdatum: 12. M\u00e4rz 2009) Um diese immer gr\u00f6\u00dfer werdende Personengruppe langfristig als BesucherInnen an die Museen zu binden, m\u00fcssen die kulturellen Unterschiede in der Museumsarbeit Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n<p>Im Rahmen des vorliegenden Projektes soll daher festgestellt werden, welche Ma\u00dfnahmen erforderlich sind, damit museale Einrichtungen die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestm\u00f6glich ansprechen k\u00f6nnen. Der Fokus liegt dabei auf den schul- bzw. lehrpflichtigen MigrantInnen, wobei drei Altersgruppen unterschieden werden: Kinder von sechs bis zehn Jahren, Kinder von elf bis 14 Jahren und Jugendliche von 15 bis 18 Jahren. Die identifizierten Ma\u00dfnahmen werden in einem Ma\u00dfnahmenpaket zusammen gestellt, das Museen als Orientierungshilfe dienen soll.<\/p>\n<p>Ein weiteres Interesse besteht darin, ein praktikables System zur Erhebung der BesucherInnenstruktur f\u00fcr Museen zu entwickeln. Dies scheint erforderlich, da die meisten musealen Einrichtungen \u00fcber keine genauen bzw. nur oberfl\u00e4chliche Informationen \u00fcber ihre BesucherInnen verf\u00fcgen. Das erschwert zum einen die wissenschaftliche Arbeit in diesem Bereich und hemmt zum anderen die zielgruppenspezifische Museumsarbeit. Aufbauend auf eventuell vorhandene Erfassungsmethoden soll ein System entwickelt werden, mit dem Museen einfach und rasch wichtige demografische Merkmale, wie z. B. das Geschlecht, das Alter, die Herkunft, den Bildungsstand oder den Familienstand erfassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das methodische Konzept des Projektes zielt daher auf die Beantwortung folgender Forschungsfragen ab:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie k\u00f6nnen museale Einrichtungen einfach, rasch und praktikabel die demografische Struktur ihrer BesucherInnen erheben? Wie muss ein entsprechendes Erhebungssystem konzipiert sein?<\/li>\n<li>Wie ist die Partizipation der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund innerhalb der Museumslandschaft in Linz bzw. Ober\u00f6sterreich einzusch\u00e4tzen? Von welchen Faktoren h\u00e4ngt der Museumsbesuch von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ab? Welche Bedeutung kommt hier demografischen Merkmalen zu?<\/li>\n<li>Welche Bedeutung haben Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund als potentielle BesucherInnen f\u00fcr Museen? Welche Vorteile und Chancen ergeben sich f\u00fcr Museen durch eine den Bed\u00fcrfnissen der jungen MigrantInnen angepasste Museumsarbeit?<\/li>\n<li>Welche Erfahrungswerte existieren in Hinblick auf zielgruppenspezifische Museumsarbeit? Gibt es good- bzw. best practice-Modelle im Umgang von Museen mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, von denen gelernt werden kann?<\/li>\n<li>Welche Ma\u00dfnahmen sind erforderlich um f\u00fcr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund einen ansprechenden Museumsbesuch zu gew\u00e4hrleisten und diese nachhaltig als BesucherInnen von Museen zu gewinnen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Rahmen der Lehrveranstaltungen &#8222;Kurs Projektmanagement&#8220; und &#8222;Intensivierungskurs Projektbegleitung&#8220; wurde bereits im Sommersemester 2009 am Institut f\u00fcr Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universit\u00e4t Linz gemeinsam mit Studierenden der Sozialwirtschaft an einem \u00e4hnlichen Thema gearbeitet. Der inhaltliche und forschungsthematische Bezugsrahmen der Lehrveranstaltung spannte sich dabei um das Thema &#8222;Museum und Migration. Kunst- und Kulturvermittlung von und f\u00fcr MigrantInnen an Linzer Museen&#8220;. Die Studierenden richteten im Zuge der Lehrveranstaltung den Fokus auf vier Linzer Museen und analysierten diese exemplarisch aus verschiedenen Blickwinkeln. Neben dieser inhaltlichen Auseinandersetzung wurden in der Lehrveranstaltung besondere Schwerpunkte in der Vermittlung von Forschungsmethoden und Projektmanagementf\u00e4higkeiten sowie bei der begleitenden \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Interview im Freien Radio, Presseaussendungen an lokale Tageszeitungen, Beitr\u00e4ge f\u00fcr Fachzeitungen und -zeitschriften, &#8230;) gesetzt.<\/p>\n<a class=\"fullscreen-mode\" href=\"https:\/\/liqua.net\/liq\/themencode-pdf-viewer-sc\/?tnc_pvfw=ZmlsZT1odHRwczovL2xpcXVhLm5ldC9saXEvd3AtY29udGVudC91cGxvYWRzL01VTV9tdXNldW1fdW5kX21pZ3JhdGlvbl9sdmFfZW5kYmVyaWNodC5wZGYmc2V0dGluZ3M9MTExMTEwMDExMTExMTExMTEwMCZsYW5nPWVu#page=&zoom=auto&pagemode=\" target=\"_blank\">Fullscreen Mode<\/a><br><iframe class=\"pvfw-pdf-viewer-frame\" width=\"640\" height=\"900\" src=\"https:\/\/liqua.net\/liq\/themencode-pdf-viewer-sc\/?tnc_pvfw=ZmlsZT1odHRwczovL2xpcXVhLm5ldC9saXEvd3AtY29udGVudC91cGxvYWRzL01VTV9tdXNldW1fdW5kX21pZ3JhdGlvbl9sdmFfZW5kYmVyaWNodC5wZGYmc2V0dGluZ3M9MTExMTEwMDExMTExMTExMTEwMCZsYW5nPWVu#page=&zoom=auto&pagemode=\" title=\"\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laufzeit: 07\/2009 &#8211; 01\/2010 Kooperationspartner: migrare &#8211; Zentrum f\u00fcr MigrantInnen O\u00d6, Lentos Kunstmuseum Linz, Schlossmuseum Linz, OK Offenes Kulturhaus Ober\u00f6sterreich, maw &#8211; Museum Arbeitswelt Steyr, a. Univ. Prof. Dr. Michael &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[35,37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1900"}],"collection":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1900"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1900\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2316,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1900\/revisions\/2316"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1900"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1900"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/liqua.net\/liq\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1900"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}