Nulldefizit. Eine kunstpolitische Intervention im öffentlichen Raum

Von Anfang Mai bis Ende Dezember 1999 wurden in Linz an drei verschiedenen Standorten Plakate achiffiert, deren Motive Kritik an der damaligen österreichischen Bundesregierung beinhalteten. Die Plakate wurden vom Cartoonisten Gerhard Haderer gezeichnet und an herkömmlichen Werbetafeln angebracht. Alle sechs Wochen wurden die Sujets ausgewechselt, d. h. im Zeitraum des Projekts waren fünf verschiedene Motive zu sehen.

Laufzeit: 05/2001 – 01/2002

Auftraggeber: anonym

Ziel der Studie ist es, zu erforschen, ob und in welcher Weise die verschiedenen Sujets in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, wie sie auf verschiedenen Diskursebenen (Alltagsdiskurs, medialer Diskurs, künstlerischer Diskurs, parteipolitischer Diskurs) rezipiert werden.

Als Ausgangspunkt für Fragen zur Rezeption dient dabei zum einen die Motivation des Cartoonisten für eine bestimmte Motivwahl, zum anderen das alltagspolitische Geschehen, darüber hinaus auch die bereits stattgefundene Rezeption auf den verschiedenen Diskursebenen. Erhoben werden sowohl die Meinungen und Urteile zu formalen als auch zu inhaltlichen Aspekten der verschiedenen Sujets.

Am Ende der Forschungsarbeit sollen die aufbereiteten Ergebnisse in eine Publikation einfließen, die als illustrierendes Beiwerk zum Projekt gedacht ist.

Die zentrale Forschungsfrage lautet: “Wie und von wem werden die achiffierten Sujets in Zusammenhang mit der Motivation des Cartoonisten und in Zusammenhang mit alltagspolitischen Geschehnissen wahrgenommen und rezipiert?”

Mit dieser Fragestellung wird einerseits der intendierte Zielgedanke des Erstellers der Sujets (des Cartoonisten), andererseits die Rezeption der Wahrnehmenden der Sujets, ev. beeinflusst von den verschiedenen Diskursen, angesprochen. Somit ergibt sich beispielsweise die Möglichkeit, zu hinterfragen, wieso bestimmte RezipientInnen die Sujets anders interpretieren als ursprünglich intendiert.

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