Flexible @ Art. Prekarisierung(stendenzen) des Kunst- und Kulturfeldes

Flexibilisierung und Prekarisierung sind beides Schlagwörter, welche seit längerer Zeit für verschiedenste gesellschaftliche Veränderungen herangezogen werden. So kann in Anbetracht der sogenannten New Economy und einer wachsenden Anzahl von Ich-AGs von einem neuen “UnternehmerInntenum für alle” gesprochen werden. Vor allem das Spannungsverhältnis zwischen Flexibilität und Prekarität zeigt sich bei den Arbeitsbedingungen und -verhältnissen von KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen sehr deutlich. Beschäftigungsverhältnisse am Rande des oder unter dem Existenzminimum, permanentes Job-Hopping von einem Projekt zum nächsten, Steh- und Wartezeiten ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld oder ehrenamtlich verrichtete Arbeit prägen nicht selten den Alltag und das Schaffen in diesem Feld.

Laufzeit: 04/2005 – 09/2006

Verlängerungsphase: 03/2007 – 08/2007

Auftraggeber: Kunstuniversität Linz

Obwohl eine Vielzahl an Publikation, Veranstaltungen und Aktionen zur Problematik einer um sich greifenden Prekarisierung bislang Eingang in künstlerische Diskurse und sogar Museen fand, ergeben sich durch die Konzeption und Ausgangslage für das Projekt Flexible @ Art zwei besondere Chancen. Zum einen wird forschungs- und projektimmanent ein transdisziplinärer und experimenteller Zugang verfolgt. Dieser definiert sich nicht durch ein nebeneinander von verschiedenen Disziplinen, sondern durch eine möglichst gleichwertige Vermischung einer bewussten und aktiven Nutzung von Schnittstellen von SozialwissenschafterInnen, KulturwissenschafterInnen, KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen. Andererseits sollen regionale und lokale Gesichtspunkte, im speziellen die Kunstuniversität Linz und das künstlerische und kulturelle Umfeld in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden ohne gesamtgesellschaftliche Veränderungen aus dem Blickwinkel zu verlieren. Die zentralen Schlagwörter und Begriffe (Prekarisierung, Flexibilisierung, Kreativität, Innovation, Cultural Entrepreneurs, Ich-AG, Kreativwirtschaft etc.) werden hinsichtlich der spezifischen lokalen und regionalen Bedeutung kritisch analysiert.

Durch Schwerpunktsetzungen wie Genderspezifika, Kulturhauptstadtjahr 2009 oder Medienstandort Linz, aber auch das konkrete Einwirken der Forschungsergebnisse in Lehrpläne, Weiterbildungsmodule und spezifische Lehrveranstaltungen soll der Thematik zu einer besonderen Intensität verholfen werden. Verfolgt wird eine Weiterführung und Zuspitzung, ein Bearbeiten und Vernetzen bestehender Diskurse aus unterschiedlichen Kontexten mit dem konkreten Ziel der Verbesserung der Einstiegssituationen von AbsolventInnen (künstlerischer) Studien in den Arbeitsmarkt und der allgemeinen Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kulturarbeit.

Flexible @ Art ist ein Forschungsprojekt der Kunstuniversität Linz im Rahmen des Forschungsprogramms “TRAFO – Transdiszisplinäres Forschen Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften” des bm:bwk in Kooperation mit der KUPF OÖ – Kulturplattform Oberösterreich, dem Verein FIFTITU% – Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur, dem LIquA – Linzer Institut für qualitative Analysen, dem AbsolventInnenverein, der ÖH und dem Institut für bildende Kunst und Kulturwissenschaften an der Linzer Kunstuniversität, dem Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universität und der Abteilung für Kunst- und Kultursoziologie an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Im Rahmen der Lehrveranstaltung “Projektmanagement/Projektbegleitung” wurde im Wintersemester 2005/06 am Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universität Linz gemeinsam mit Studierenden der Sozialwirtschaft an einem ähnlichen Thema gearbeitet. Der inhaltliche und forschungsthematische Bezugsrahmen der Lehrveranstaltung spannte sich dabei um das Thema “Flexibilisierungs- und Prekarisierungstendenzen im Kunst- und Kulturfeld am Beispiel der Kunstuniversität Linz und deren AbsolventInnen”.

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Weitere Informatione unter flexibleatart.ufg.ac.at.