Eventmobilität Linz 2009

Zusammen mit Vilnius wird Linz im Jahr 2009 Europäische Kulturhauptstadt werden. Derartige Großveranstaltungen haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Teilbereich des Freizeit- und Tourismusgeschehens entwickelt. Insbesondere durch die (über)regionale Anziehungskraft und Bedeutung muss mit einer stark erhöhten Reiseintensität und -häufigkeit gerechnet werden, die wiederum mit erheblichen Verkehrs- und Umweltbelastungen verbunden ist. Auch durch die zunehmende dezentrale Ausrichtung vergleichbarer Kultur-, Event- und Massenveranstaltungen, die Veränderung und Differenzierung des Mobilitätsverhaltens durch die Pluralisierung der Lebensstile oder die zunehmende Freizeit- und Erlebnisorientierung stellt die Freizeit- und Eventmobilität für das Umland aber auch für die Städte selbst eine neue Risikogröße dar (Flächeninanspruchnahme, Ressourcenverbrauch, Lärm, Schadstoffe, …).

Laufzeit: 05/2007 – 04/2008

Auftraggeber: Stadtplanung Linz

Die meisten Freizeit- und Eventmobilitätswege werden mit dem eigenen Auto zurückgelegt, denn für die Mehrheit der Reisenden bietet kein anderes Verkehrsmittel soviel Individualität, Spontaneität und Komfort in Verbindung mit der Möglichkeit direkt und ohne Umstieg zum Ziel zu gelangen. Interessante Alternativen zur An- und Abreise sind in den meisten Fällen nicht vorhanden bzw. zu wenig bekannt.

Die zu erwartende Vermehrung der freizeit- und kulturbezogenen Veranstaltungen, Events und Festivals im Kulturhauptstadtjahr 2009 und der damit verbunden Anstieg der Reiseweiten und Freizeitwege stellen verschiedenste AkteurInnen in Linz vor neue Herausforderungen. Die annehmbaren verkehrs- und publikumsintensiven Veranstaltungen und Einrichtungen bieten in diesem Zusammenhang allerdings gute Ansatzpunkte für eine Verlagerung des BesucherInnenverkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel. Hierfür ist ein gut durchdachtes Eventmobilitätskonzept mit intelligenten Anreizsystemen unbedingte Voraussetzung. Dieses Konzept sollte dabei einerseits einer nachhaltigen, effizienten und umweltfreundlichen Verkehrsplanung für den Event gerecht werden, andererseits Maßnahmen beinhalten, die bereits die An- und Abreise zu einem Teil des Events werden lassen.

Den Gegenstand der Forschungsarbeit stellt eine zu erstellende Studie dar, welche als Grundlage für ein daran anschließendes Eventmobilitätskonzept für Linz dienen soll. Das zentrale Ziel des Konzepts liegt dabei in der Findung von Strategien (Handlungskonzept, Maßnahmenpakete, Wirkungsanalysen, …) zur attraktiven, umwelt- und sozialverträglichen Verkehrsgestaltung für den “Event” “Europäische Kulturhauptstadt 2009”. Die Studie soll hierfür Ansatzpunkte liefern und Lösungsoptionen für folgende Fragestellungen aufzeigen:

  • Wie können sowohl BesucherInnen als auch EinwohnerInnen zu einem möglichst weitgehenden Verzicht auf den motorisierten Individualverkehr bewegt werden?
  • Wie können die vorhandenen Verkehrsangebote möglichst umweltfreundlich gestaltet werden? Welche ökologischen Belastungen durch den Verkehr können minimiert werden?
  • Welche zielgruppenspezifischen Alternativen zur An- und Abreise lassen sich in Gemeinschaftsverkehrsmitteln finden und wie müssen die Angebote ausgestaltet sein?
  • Wie lassen sich Event und Eventmobilität in diesem Zusammenhang zu einer attraktiven Reisekette verbinden? Wie können An- und Abreise mit Bahn, Bus, Rad und auf dem Wasserweg so gestaltet werden, dass der Erholungs- und Erlebniswert des Events erhöht wird?
  • Für welche Zielgruppen müssen spezifische Lösungen entwickelt werden, um ihnen die Teilnahme am Eventmobilität zu ermöglichen (z. B. Menschen mit Behinderungen, sozial benachteiligte Personen, …)?
  • Welche lokalen AkteurInnen müssen in welcher Art und Weise aktiviert werden, um ein erfolgreiches Konzept zu gewährleisten (VeranstalterInnen, Polizei, Politik, Behörden, Medien, ÖPNV, SponsorInnen, Fernverkehrsunternehmen, Reisebüros, Aussteller, Tourismusverbände, …)?
  • Mit welchen anderen bestehenden oder in Entwicklung befindlichen Konzepten muss bzw. kann das Eventmobilitätskonzept 2009 verbunden werden (z. B. regionale Verkehrskonzepte, spezielle Projekte wie mobile Leitsysteme für FußgängerInnen unter Einsatz neuer Medien, …)?
  • Welche kommunikativen und informativen Maßnahmen können gesetzt werden, um die unterschiedlichen Zielgruppen und deren Mobilitätsverhalten zu beeinflussen?
  • Wie und nach welchen Kriterien können “Events” bzw. verkehrs- und publikumsintensive Veranstaltungen klassifiziert werden?

Besonderer Wert wird bei der Erstellung der Studie darauf gelegt, dass ein modulares und zielgruppendifferenziertes und -orientiertes Konzept aus den Erkenntnissen erarbeitet werden kann. Damit soll gewährleistet werden, dass das Eventmobilitätskonzept nicht nur im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2009 zur Anwendung gelangen kann, sondern – zumindest teilweise – auch für andere Großveranstaltungen in Linz.

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