Der neue Kulturentwicklungsplan für die Stadt Linz

Die Wichtigkeit von kultureller Planung liegt insbesondere darin, längerfristig wirkende Potenziale für ein zukünftiges Kulturangebot in einer Stadt zu entdecken, zu beschreiben und Entwicklungs- und Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dies wurde mit dem KEP insofern vorgenommen, indem die Vielfalt der von verschiedenen Seiten eingebrachten Anregungen in Übereinklang gebracht wurden, sie unter das “Dach” eines in sich geschlossenen Konzeptes gefasst wurden und durch Ergänzungen, Änderungen und Anmerkungen erweitert wurden.

Laufzeit: 01/2011 – 12/2012

Kooperationspartner: Andreas Schwandner

Auftraggeber: Stadt Linz

Kulturentwicklungsplanung in der Gegenwart kann sich allerdings nicht nur auf Binnenprobleme des Kulturbereiches beschränken. Kunst und Kultur müssen vielmehr auch als Mittel und Teil von Stadtentwicklung gesehen werden. Vor diesem Hintergrund ist Kulturentwicklungsplanung nichts anderes als Stadtentwicklungsplanung im weiteren Sinne, ein wichtiges Element, urbane Entwicklung voranzutreiben. Kunst und Kultur erlauben, gezielt Einfluss auf die weiteren Geschicke des Gemeinwesens zu nehmen. Dies um so mehr, da die Kultur eines der wenigen Aktionsfelder ist, auf denen Politik angesichts zunehmender globaler Deregulierung bzw. so genannter Sachzwänge noch halbwegs selbst bestimmt – das heißt aus den Ansprüchen und Gegebenheiten der Stadt heraus – zu wirken vermag.

Linz hat dafür mit dem verfassten Kulturentwicklungsplan bereits einen ersten Grundstein gelegt. Der dynamische und prozesshafte Charakter einer fortschreibenden Kulturentwicklungsplanung erforderte nicht nur eine Hinterfragung bisheriger Entwicklungen und Realisierungen, sondern auch die Berücksichtigung der aktuellen und zukünftigen Veränderungen im kulturellen Feld. Insbesondere die inhaltlichen und strukturellen Herausforderungen, die sich im Kontext der Kulturhauptstadt 2009 ergeben haben, erzwangen eine Verfeinerung, Adaptierung und Erweiterung der festgeschrieben Schwerpunkte der Kulturentwicklung. Es stellte sich die Frage, inwieweit die Ziele, Strukturen und Handlungsmaxime von gestern für morgen noch tauglich sind.

Die Prozesshaftigkeit der Planung muss in diesem Sinne als Weiterentwicklung zwischen Kontinuität und Innovation verstanden werden, wobei das gesamte Spektrum des Kunst und Kulturfeldes – von den Verbänden der Volkskultur bis hin zu experimentellen, zeitgenössischen Kunstinitiativen – mit einzubeziehen war.

Der methodische Zugang zielte darauf ab, abgestimmt auf die Inhalte des Projekts, Antworten auf folgende Fragen zu geben:

  • Welche Ziele im Rahmen der Kulturplanung konnten in den letzten Jahren erreicht werden, insbesondere auf Basis des bestehenden Kulturentwicklungsplans? Welche Ziele konnten aus welchen Gründen nicht erreicht werden?
  • Wie hat sich das kulturelle Angebot in den verschiedenen Bereichen entwickelt? Wo liegen Stärken und Schwächen im bestehenden Angebot? Für welches kulturelle Angebot kann ein zukünftiger Bedarf identifiziert werden?
  • Welche neuen Strukturen und Einrichtungen sind in den letzten Jahren entstanden, welche aus welchen Gründen verschwunden? Wie sind diese Strukturen und Einrichtungen miteinander vernetzt?
  • Welche neuen Themen im Kunst- und Kulturfeld haben in Linz in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen? Welche Themen besitzen Zukunftspotenzial?
  • Welche Auswirkungen hatten die Aktivitäten im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt auf eine längerfristige Kulturplanung in Linz?
  • Welche Kräfteverhältnisse herrschen derzeit im Kunst- und Kulturfeld in Linz? Zwischen welchen Bereichen haben sich diese Verhältnisse verschoben (z. B. zwischen öffentlichen Einrichtungen und der Freien Szene, zwischen avantgardistischer Kunst und Populärkultur etc.)?
  • Inwieweit müssen Entwicklungen auf stadtregionaler Ebene und überregionaler Ebene (z. B. die Entwicklung des Oö. Kulturleitbildes) im neuen Kulturentwicklungsplan berücksichtigt werden?
  • Welche Vernetzungen und Kooperationen zwischen Kultur, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Forschung sind zu verstärken? Wo ergeben sich Synergieeffekte?
  • Welche kulturpolitischen Maßnahmen können gesetzt werden, um eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des kulturellen Feldes in Linz zu gewährleisten?

Das Gesamtprojekt startete im Jänner 2011. Die Basis wurde durch umfangreiche, aktivierende Grundlagenarbeiten gelegt, auf die ab Spätherbst 2011 eine mehrmonatige Workshopphase folgte. Besonderer Wert wurdeauf partizipative Methoden gelegt, d. h. auf Methoden, durch welche möglichst viele relevante Einrichtungen und Personen im Kunst- und Kulturfeld aktiv eingebunden wurden. Gemeinsam wurde an der Neufassung des Kulturentwicklungsplans gearbeitet, bestehend aus einem prägnanten Kulturleitbild, einem umfassenden strategischen Programm für die kulturelle Entwicklung der Stadt Linz und einem Maßnahmenvorschlagspaket mit Prioritäten- und Zeitplan. Die Arbeiten wurden bis Ende 2012 abgeschlossen.

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Weitere Informationen unter kep.public1.linz.at.